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das interview mit SAALSCHUTZ !

 die MonatsShows IM APRIL 08

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Mit den unpathetischen Zeitgenossen und Lautkünstlern DJ Flumroc und DJ M T Dancefloor sprach Samira Courti.                                                                                                                 -         
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Ihr seid weder verwandt noch verschwägert – was seid Ihr für einander?
DJ M T Dancefloor: Wir sind befreundet, aber nicht wie Blutsbrüder. Wir sind sowieso keine überschwänglichen Typen. Dennoch hat uns letzthin jemand auf der Tournee gesagt, wir seien wie ein altes Ehepaar. DJ Flumroc: M T Dancefloor ist für mich wie ein Wasserloch in der Wüste – ein kalter Fisch. Er hat nicht das Bedürfnis, ständig zu reden und das schätze ich sehr.  MT: Ja, ich bin wohl eher der Analytiker der Band. Wir machen nun seit 2001 zusammen Musik. Klar haben wir uns am Anfang noch mehr erzählt und auch mehr über Musik diskutiert. F: Wie gesagt, ich schätze es sehr, dass wir kein pathetisches Verhalten an den Tag legen und nicht immer alles diskutieren müssen.
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Wie habt Ihr Euch musikalisch gefunden?
F:
Musikalisch gesehen über das Ausschlussprinzip – wir wussten beide was wir nicht wollten. MT: Ein gemeinsamer Freund hat uns sozusagen gecastet. F: Als wir uns kennen gelernt haben waren wir beide am selben Punkt angelangt. Ich war von meinen bisherigen Banderfahrungen frustriert. Mit MT Dancefloor hat Musik wieder angefangen Spass zu machen. MT: Die ersten Proben war zwar überhaupt nicht lustig, bis wir dann eine Kleinanzeige für einen Synthesizer gesehen haben. F: Ja genau, der war doch von einem der Aeronauten. Und dann ist noch ein Keyboard dazu gekommen. MT: Unsere Musik hat immer eine dilettantische Komponente, die uns den Freiraum gibt, um Neues auszuprobieren. F: Im Gegensatz zu den anderen Bands, in denen ich gespielt habe und wo wir verbissen geprobt haben, verfolgen wir einen spielerischen, wie MT Dancefloor gesagt hat, einen eher dilettantischen Ansatz.-         
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Und trotzdem steht Ihr regelmässig professionell auf der Bühne – wo drückt die dilettantische Komponente durch? MT: Beispielsweise indem wir unsere Proben auf ein Minimum beschränken und uns nicht auf Dinge versteifen. F: Es ist aber trotzdem immer auch eine Ernsthaftigkeit dabei, nicht zwingend verbissener Ehrgeiz, aber die Lust etwas zu machen. MT: Persönlicher Ehrgeiz ist schon wichtig. Mir war zum Beispiel wichtig, dass die zweite Platte anders wird als die erste. F: Mir hingegen sind gewisse Sachen einfach egal. Ich bin froh, dass MT Dancefloor das aushält und auch, dass wir keine Angst vor Misserfolgen haben.  MT: Es gilt immer den Zwischenweg zu finden, zwischen dem was man kann und dem was man nicht kann. F: Es geht in Richtung Konzept der Überforderung. Das was man nicht kann auch auszuprobieren, nicht statisch zu bleiben.-         
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Wie seht Ihr Eure Rolle als Künstler? F: Ich sehe mich als Musiker. Ich mach einfach gerne Musik. MT: Für mich hat Künstler zu sein immer einen intellektuellen Anstrich. F: Das spiegelt sich auch in den Texten (MT Dancefloor ist der Texter). Du bist einfach ein intellektueller Mensch. MT: Und dilettantisch – auf der Bühne hantieren wir mit Posen. F: Mir gefällt auch, dass wir nicht immer vollständig kontrollieren können, wie gut ein Konzert wird. Wir sind zu einem gewissen Grad von unseren Geräten abhängig. MT: Ich mag es, die Leute zu überraschen und nicht immer ihren Erwartungen zu entsprechen. Beispielsweise indem wir Ihnen plötzlich auch ein Konzert wie die Spice Girl’s hinlegen können. F: Hört sich ja an wie wenn die Spice Girl’s „state of the art“ wären?! MT: Ich meine einfach ein fettes Konzert.-         
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Eure Texte sind nicht explizit politisch. Setzt Ihr Euch trotzdem für etwas ein? MT: Wir haben auch schon an Festivals für oder gegen etwas gespielt. Aber mir kommt das immer so vor, wie wenn man Eulen nach Athen tragen würde. Damit es wirkt, müsste man den Leuten eigentlich das sagen, was sie nicht hören wollen. F: Wir haben anfangs schon Botschaften zwischen den Zeilen gehabt. Aber irgendwann haben wir beschlossen, dass wir uns mit Saalschutz eher mit ästhetischen als mit aktuellen, politischen Themen befassen. MT: Der Vorteil ist, dass ein zeitloseres Produkt (auf den Text bezogen) entsteht, das vielleicht auch in 10 Jahren noch gehört werden kann. Das würde mich freuen, wenn man uns in den 10 Jahren noch hören könnte und wir dann immer noch zum Zeitgeist passen würden.-         
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Letzte Frage. Wenn man Euren Tourplan studiert fällt auf, dass Ihr ab EM-Anfang keine Konzerte mehr gebt – ist das Absicht? F: Ja, damit wir abhauen können. MT: Nein, wir interessieren uns beide nicht für Fussball. 

HELSINKI WIKIPEDIA

Ein Dilettant (ital. dilettare aus lat. delectare „sich ergötzen“) ist ein Nicht-Fachmann, Amateur oder Laie. Der Dilettant übt eine Sache um ihrer selbst Willen aus, also aus privatem Interesse oder zum Vergnügen. Dabei mag er durchaus vollendete Kenntnisse und Fähigkeiten erlangt haben. Solange er aber die Tätigkeit nicht professionell ausübt, um also seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, oder eine entsprechende, anerkannte Ausbildung absolviert hat, gilt er als Dilettant. Der Begriff galt ursprünglich dem nicht geschulten Künstler oder Kunstliebhaber. (…) In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts bezeichneten sich Musiker, die gegen alle Traditionen der Popmusik anspielten, als “Geniale Dilletanten”, die bereits durch die Schreibweise (absichtlich) dilettierten.