das interview mit BIG ZIS !
im März des Jahres 2008 tat es Big Fish Big Zis…mit KeyZee an den Samstagen!.
BIG ZIS das Interview!
mit der Zürcher Rapperin, Philosophin (ohne Plan?) und bekennende Barbara Streisand-Anhängerin; sprach SAMIRA COURTI:
Du gehörst nun schon über 10 Jahre zur Zürcher Rap-Szene. Wie bist Du zur Musik gekommen? Ich habe 1996 angefangen und bin da einfach reingerutscht. Ich hatte nie wirklich einen Plan oder bin auch keine Musikerin im klassischen Sinne. Mit meinem ersten Album habe ich ein Werkjahr der Stadt Zürich gewonnen. Nach diesem Jahr habe ich mir gesagt, jetzt musst Du eine neue Platte machen. Während dieser Zeit habe ich auch wieder richtig Spass am Spielen bekommen.
Ist Dein Handeln demnach eher intrinsisch oder extrinsisch motiviert? Das kommt ganz auf den Bereich an. Im Studium (Philosophie) werde ich klar von aussen beeinflusst. Ich lese die Bücher, weil ich sie lesen muss und nicht weil ich ein inneres Bedürfnis habe, obwohl ich mich gerne mit der Thematik auseinander setze. Bei der Musik verhält es sich anders. Die Musik und die Texte kommen von innen. Auch wenn die Dringlichkeit heute geringer ist als beim ersten Album. Damals waren es sehr starke Gefühle, viel Wut, die musste einfach raus. Das war existenziell. Aber auch jetzt brauche ich wie einen Grund, um ein Album zu machen. Und ich brauche zwischen den Aufnahmen Zeit, Erlebnisse, Futter.
Worum dreht sich die Welt von BIG ZIS? Um zwischenmenschliche Beziehungen. Im Kern geht es immer um zwischenmenschliche Beziehungen. Mein Freund meint zwar ich sei eine Misanthropin. Ich bin einfach gerne alleine. Ich habe auch nicht tausend Freunde, sondern einen kleinen, feinen Freundeskreis und wenn ich jemanden nicht mag, so kann ich schon ein Ekel sein.
BIG ZIS darf alles… Gibt es ein Thema worüber Du nicht rappen würdest? Es gibt immer verschiedene Arten, Dinge zu verpacken. Meine Lieder drehen sich nicht nur um mich, sprich das Publikum weiss ja eigentlich nicht, was autobiographisch ist und was nicht. Aber ich denke ich würde nicht über den Welthunger singen. Das ist eine Gratwanderung. Und ein Anti-Blocher-Lied wäre mir wohl einfach zu blöd.
Bleiben wir kurz bei der Politik. Wofür würdest Du Dich einsetzen, wenn Du Stadtpräsidentin wärst? Ich würde das La Perla rauchfrei machen (lacht). Nein, ich finde es zum Beispiel sehr schade, dass ständig alte Häuser abgerissen werden. Es ist wichtig, dass Neues entstehen kann. Mich ärgert einfach die einfallslose Architektur. Langweiliges hat ja oft mit Gewinnmaximierung zu tun. Zusätzlich würde ich in der Stadt ein Road Pricing einführen und die ÖV’s billiger machen. Ein Stutz für ein Tagesticket fände ich in Ordnung.
Du bist schon länger nicht mehr aufgetreten. Was bedeutet Dir die Bühne? Ich arbeite an einem neuen Album. Da ist es sehr hilfreich, neue Ideen bereits auf der Bühne ausprobieren zu können und auch zum ersten Mal mit Tänzerinnen zu arbeiten. Aber die Bühne ist auch ein Bedürfnis. Ich möchte raus und zeigen was ich kann. Ich brauche Feedback. Eine gewisse „Fame-Geilheit“ lastet allen Künstlern an, sonst würden sie im Keller bleiben und da Musik machen.
Du trittst zum ersten Mal mit Key Zee in die Öffentlichkeit. Wie ist das? Ich finde es super mit Key Zee auf der Bühne zu stehen. Key Zee ist HipHop-Geschichte, eine Legende. Er weiss soviel über Musik. Durch seine Idee, einen Percussionisten mit einzubeziehen, entsteht für mich eine ganz neue Soundästhetik. Das kommt dem Gefühl sehr nahe, das ich umsetzen möchte. Und Key Zee bewegt sich frei. Er macht einfach das worauf er Lust hat. Ich denke in dieser Hinsicht sind wir uns ähnlich. Und zudem ist er ein sehr lieber Mensch.
Letzte Frage. Zu was oder wem bekennst Du Dich? Du meinst generell? (Redaktion „Ja“). Hmm, zu Barbara Streisand! Ich bin ein grosser Fan. Sie ist einfach eine grandiose Sängerin.



